Vergesst den Teelichtofen

Warum heizen mit Teelichtofen nicht funktionieren kann!

Mir wurden von YouTube jetzt schon mehrere Videos zum Thema “Teelichtofen” vorgeschlagen. Darin wird oft angepriesen, wie einfach man doch seine Wohnung damit heizen könne. Dazu ein klares: Völliger Quatsch! Warum, zeige ich im folgenden Bericht auf.

Dazu braucht es ein paar Daten. Ein Teelicht hat eine Leistung von 30 bis 40 Watt. Folglich bringt ein Teelichtofen mit 5 bis 6 Teelichtern eine Ausgangsleistung von 200 bis 240 Watt (alle Werte sind positiv gerechnet, bzw. zum besseren nachrechnen gerundet und nicht als absolute Wahrheit, sondern zum Verständnis gedacht). Dies wurde von vielen Internetforen, bzw. -Seiten durchwegs so bestätigt. Nimmt man nun den Heizbedarf eines Raumes, findet man die Zahl von 0,1 kW/m2. Also hat ein Teelichtofen die Leistungsfähigkeit, einen Raum mit 2 m2 zu heizen.

Ein handelsüblicher Kaminofen hat eine Leistung von 5 bis 7 kW. Das heißt, um die gleiche Leistung zu erhalten, bräuchte man 25 bis 35 Teelichtöfen mit je 5 Kerzen. Wäre es so einfach mit dem Teelichtofen, dann bräuchte man keine Kaminöfen.

Alleine diese Überlegung hat mich schon zum nachdenken gebracht.

Jetzt reden wir bei den 2 m2 aber von einem verschlossenem Raum. Offene Flamme verbrennt Sauerstoff. Wird dieser Raum nicht gelüftet, dann wird er wohl warm, allerdings wird die Flamme mit der Zeit ausgehen und der Mensch vorher bereits erstickt sein.

Die durchschnittliche Raumgröße rechnen wir jetzt mit 10 m2. Also brauchen wir eine Heizleistung nach der Durchschnittsangabe von 1000 Watt, bzw. 1 kW. Dies würde 3 Teelichtöfen entsprechen. Diese müssten während der gesamten Zeit im Betrieb sein, sonst kühlt der Raum wieder aus.

Ein Teelicht hat eine Brenndauer von etwa 4 Stunden. Das bedeutet, dass man am Tag pro Teelichtofen (24 h x 5 Teelichter/4h) 30 Teelichter benötigt. Macht bei 3 Teelichtöfen 150 Teelichter am Tag.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt einen Notvorrat von 10 Tagen. Macht hier 1500 Teelichter!

Nun reden wir aber von der “Energiekrise”. Gas und Strom wackelt gewaltig. Folglich können wir eine Heizmöglichkeit für die gesamte Winterperiode einplanen. Dies entspricht dann der Menge von 15 000 (Fünfzehntausend) Teelichtern für 100 Tage. Und damit hat man genau 1 Raum mit 10 m2 (2 x 5 m, 2,5 x 4 m) einigermaßen auf Temperatur.

Sie merken es selbst, ein Vorhaben ohne Sinn und Verstand.

Doch was sind die Alternativen? Hat man nicht die Möglichkeit eines Kaminofens, dann muss man zwangsweise eine Alternative suchen. Wir haben bereits im Jahr 2021 einen Gaskocher vorgestellt. Hier unser Blogbeitrag dazu: https://amwalnussbaum.net/gaskartuschenkocher-vergleich/

Doch was sind die Alternativen? Hat man nicht die Möglichkeit eines Kaminofens, dann muss man zwangsweise eine Alternative suchen. Wir haben bereits im Jahr 2021 einen Gaskocher vorgestellt. Hier unser Blogbeitrag dazu: https://amwalnussbaum.net/gaskartuschenkocher-vergleich/

Diesen Gaskocher kann man um einen Heizaufsatz (siehe Werbung links) erweitern. Somit hat man eine Heizleistung von 2 kW. Dies wäre für einen Raum von 20 m2 geeignet. Folglich kann man den Ofen auf halbe Last laufen lassen. Der Ofen hat dann auch noch die Kapazität, den Raum nach dem Lüften in erträglicher Zeit wieder aufzuwärmen. Ein Nebeneffekt ist, dass man mit dem Gaskocher gleich auch noch Mahlzeiten erwärmen/kochen kann.

Als Brennstoff hierzu braucht man Gaskartuschen (siehe Werbung rechts). Diese Gaskartuschen reichen nach Herstellerangaben zwischen 2 und 4 Stunden. Sie brauchen für unseren Raum nur die halbe Heizleistung. Folglich braucht man hier etwa 3 bis 6 Kartuschen am Tag. Macht für 10 Tage auch 30 bis 60 Kartuschen. Oder eben für unsere 100 Tage dann 300 bis 600 Kartuschen. Mit dem Zusatzeffekt, dass man auch sicher den Raum heizen und nebenbei noch Mahlzeiten kochen kann. Dies ist mit dem Teelichtofen überhaupt nicht möglich. Der Teelichtofen bringt eine Temperatur um die 50° C. Zum kochen von Wasser schlicht nicht möglich.

Eine weitere Alternative für Wohnungen mit Terrasse oder Balkon ist die Heizung über einen Holzkohlegrill. Hierzu braucht man einen Holzkohlegrill mit Deckel (Kugelgrill, Grillwagen mit Deckel, etc.) der sich Idealerweise fahren lässt und möglichst dicke Schamotteplatten. Und natürlich Holzkohle nicht vergessen!

Man heizt den Grill mit der Holzkohle an. Zwischendurch kann man noch seine Mahlzeiten erhitzen. Dann legt man die Schamotteplatten auf den Grill und lässt diese so viel Wärme wie möglich speichern. Also wenn die Kohle richtig glüht, die Platten auf den Grill legen und aufheizen lassen. Wenn man die Möglichkeit hat, auch glühende Kohle auf die Platten legen so dass die Platten von glühender Kohle umschlossen sind. Dabei aber feuerfeste Handschuhe tragen und vorsichtig sein! Die Platten müssen zwingend auch durchgetrocknet sein, sonst können sie platzen!

In unserem Backofen heizen sich die Schamottesteine bis zu 500°C auf und geben die Wärme über fast 24 h ab.

Wenn die Holzkohle erloschen ist (keine glühende Holzkohle in geschlossene Räume bringen – Erstickungsgefahr!), den kompletten Grill mit den heißen Schamotteplatten in das entsprechende Zimmer fahren, Deckel öffnen und damit das Zimmer aufheizen. Je nach Zimmer und Plattenmasse funktioniert das viele Stunden. Nicht die elegante Luxuslösung, aber eine effektive Heizmöglichkeit.

Hier noch unser YouTube-Video zum Thema:

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