Lost Places

Eine Radtour im ehemaligen Sperrgebiet

Nur wenige Kilometer von uns entfernt zieht sich der ehemalige Grenzstreifen entlang. Von der tschechisch-deutschen Grenze in Richtung Tschechien war damals ein etwa 5 km breiter Streifen Sperrzone für die tschechischen Bewohner. Die Dörfer wurden endsiedelt und zerstört, das Gebiet durfte nur noch durch die Grenztruppen betreten werden.

In diesem Grenzstreifen waren wir jetzt mit dem Fahrrad unterwegs und möchten hier die Route vorstellen und ein paar Eindrücke hinterlassen.

Startpunkt unserer Route war die ehemalige Ortschaft Schwanenbrückl. Jetzt in tschechisch Mostek genannt. Hier führt die Route über die Ortsverbindungsstraße nach Smolov. Die Fahrradmarkierung lautet 36. In Nová Dvur biegt man dann nach links auf einen Schotterweg ab. Dies ist die PAN – der paneuropäische Radweg zwischen Paris und Prag. Diesen folgt man durch ausgedehnte Wälder bis in die Ortschaft Karlova Hut. Dort hat man 2 Möglichkeiten. Entweder man folgt dem Radweg weiter, oder man fährt über die Brücke und den Berg hoch. Dort kommt man dann auf die asphaltierte Verbindungsstraße nach Ples (Radweg 2230). Diese Straße bietet schöne Ausblicke in das Tal.

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In Ples angekommen, hat man die Möglichkeit zur Einkehr. Im Sommer hat die Gastwirtschaft täglich geöffnet. Ab Oktober nur noch von Donnerstag bis Sonntag. Die Gastwirtschaft bietet wenige Gerichte, diese aber von sehr guter Qualität und im Holzbackofen gegart. In der Ortschaft gibt es neben der Gastwirtschaft auch einige Ferienhäuser (über die Gastwirtschaft zu buchen). Zum besichtigen ist der alte Ortskern, der Friedhof und die verfallenen Gebäude. Diese sind mit Schildern markiert.

Von Ples geht es dann wieder etwa 1 km auf der Straße zurück, dann biegt man nach rechts ab in Richtung Vaclav (ehemals Wenzelsdorf und Rappauf). An die Ortschaft wird nur noch durch ein Kreuz erinnert. Dort kann man auch eine alte verlassene Armeekaserne der Grenztruppen erkunden. Folgt man dem Weg um die Kaserne, kommt man wieder in den Wald und hat nach wenigen 100 m einen weiten Blick über Böhmen.

Von hier ab führt die Straße nur noch bergab. Etwa 5 km geht es durch den Wald bis zum Ausgangsort nach Mostek. In Mostek findet man auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine historische Brücke über die Radbuza. Man kann den völlig naturbelassenen Flusslauf genießen.

Die Route hat eine Länge von etwa 16,8 km. Sie führt 6,6 km bergauf und 5,6 km bergab. Man überwindet dabei 440 Höhenmeter und erreicht eine Meereshöhe von 791 m. Für nicht trainierte Radfahrer ist ein E-Bike zu empfehlen. Das Rad sollte auch für Schotterwege geeignet sein. In jedem Fall erlebt man viel Ruhe und Natur.

Hier noch unser YouTube-Video zum Ausflug:

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