Die Kartoffeln

Im späten April ist die Zeit wieder Kartoffeln zu legen. Als einer unserer wichtigsten Gemüsefrüchte möchte ich ihr den ersten Beitrag widmen.

Die Botanik der Kartoffel

Die Kartoffel, botanisch Solanum tuberosum, stammt aus der Familie der Nachtschattengewächse- Dazu gehören neben der Kartoffel auch die Tomaten, Auberginen und Paprika. Die eigentlichen Früchte der Kartoffeln werden als tomatenähnliche Beeren gebildet. Diese sind für den Menschen jedoch giftig.

Die vom Menschen genutzte Knolle sind eigentlich Wurzelverdickungen, die sich in Sprossknollen umwandeln.

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Namen der Kartoffeln

Die Kartoffeln hat viele regionale Bezeichnungen:
In der niederdeutschen Sprache wird diese auch als “Tüfte” oder “Tüffel” bezeichnet, im Südosten als Erdapfel, wobei auch die Abweichungen Ärpel, Erpfel, oder Äädappel ihre Verwendung finden. Im Südwesten hingegen finden die Bezeichnungen Grundbirne (Gromper, Grumbeer, Grumbiere, Krumper) ihre Verwendung. Im fränkischen Raum kennt man auch die Bezeichnung “Bodaggn”, die sich auf die spanische Herkunft “patata” beziehen lässt.

Im slawischen Raum werden die Bezeichnungen “krumpir” oder “kartofel” verwendet. Wobei in Tschechien die Bezeichnung “brambor” vewerendet wird. Dies bezieht sich auf die Herkunft der Kartoffel aus Brandenburg, von wo die Kartoffel nach Böhmen eingeführt wurde.

Die Herkunft der Kartoffel

Die Kartoffel wird auf ein Alter von etwa 13000 Jahren geschätzt und stammt aus den Anden in Südamerika. Die gezüchteten (domestizierten) Kartoffeln sind schätzungsweise 8000 Jahre alt. Den Weg von Südamerika nach Europa fand die Kartoffel im 16. Jahrhundert mit einer Zwischenstation auf den Kanarischen Inseln. In Spanien wurde die Kartoffel um 1570 zum ersten mal erwähnt.

Zuerst wurde die Kartoffel wegen ihrer Blüte und des Laubes als Zierpflanze verwendet. Bereits 1621 erschien jedoch im Stift Seidenstetten in Niederösterreich ein Kochbuch über die Kartoffeln. In Deutschland sollen die ersten Kartoffeln 1647 in Oberfranken angebaut worden sein.

Im großen Stil wurden die Kartoffeln ab 1728 in Sachsen und 10 Jahre später in Preussen angebaut. Die Bauern wussten jedoch noch nicht, dass nur die Knollen essbar sind. Die Bauern in Preußen wehrten sich jedoch gegen den Anbau der Kartoffeln, da sie die giftigen Früchte der Kartoffeln ernteten und so immer Vergiftungen erlitten. So kam König Friedrich II. auf die Idee, Kartoffeln anbauen zu lassen und die Felder zu bewachen. Die Bauern dachten, es wäre etwas sehr wertvolles, stahlen einige Knollen unter den Augen der Bewacher, bereiteten diese richtig zu und vermehrten diese im Anschluss.

Mit dem Wachstum der Städte entwickelte sich die Kartoffel dann als wichtiges Nahrungsmittel für die breite Bevölkerung.

Anbaumengen

Die weltweite Anbaumenge betrug 218 etwa 368,2 Millionen Tonnen. Die größten Produzenten sind dabei: China (90 Mio. To.), Indien (48 Mio. To.), Ukraine (22 Mio. To.), Russland (22 Mio. To.) und die USA (20 Mio. To.). In Europa sind die Hauptanbauländer Deutschland (8,9 Mio. To.), Frankreich (7,8 Mio. To.), Polen (7,4 Mio. To.) und die Niederlande mit 6 Mio. To.

Der durchschnittliche Ertrag pro Hektar liegt in Deutschland bei 35,4 to.

Kartoffelsorten

Kartoffeln gibt es in einer Vielzahl von Sorten. Weltweit sind mehr als 3000 Kartoffelsorten bekannt. In Deutschland sind derzeit etwa 210 Sorten registriert.
Kartoffeln werden nach ihrem Kochtyp unterschieden.

Festkochende Speisekartoffeln

Die Konsistenz der festkochenden Speisekartoffeln ist fest, feinkörnig und feucht. Die Kartoffeln springen beim kochen nicht auf. Festkochende Speisekartoffeln werden für Kartoffelsalat, Gratins, Bratkartoffeln verwendet. Die Farbkennzeichnungen der Packungen sind hierbei grün.

Vorwiegend festkochende Speisekartoffeln

Die Konsistenz der vorwiegend festkochenden Speisekartoffeln ist feinkörnig und mäßig feucht. Sie neigen zu geringem Aufspringen. Ihre Verwendung finden sie als Salz- und Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, für Pommes Frites oder für Suppen. Die Farbkennzeichnung der Verpackung ist rot.

Mehlig kochende Speisekartoffeln

Mehlig kochende Speisekartoffeln sind von der Konsistenz grobkörnig und trocken. Beim Kochen neigen sie zu häufigem aufspringen. Ihre Verwendung finden die mehligen Kartoffeln für Eintöpfe, Suppen, Knödel, Kartoffelpüree, etc. Die Farbkennzeichnung der Verpackung ist blau.

Weitere Unterscheidungsmerkmale:

Neben den Kocheigenschaften gibt es noch weitere Unterscheidungsmerkmale. Dies wäre die Reifezeit (früh, mittelfrüh, mittelspät und spät), sowie die Schalenfarbe von gelb bis violett, die Fleischfarbe von weiß über gelb bis zu blau und violett. Daneben gibt es noch die knollenform von lang bis kugelrund und die Schalenbeschaffenheit von glattschalig bis rauschalig.

  • Glorietta - gelbschalig, tiefgelbes Fleisch, festkochend, langoval, sehr frühe Reife. Verwendung als Ofenkartoffel, Grillkartoffel, für Kartoffelsalat. Ursprung Deutschland 2013
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Anbau der Kartoffeln

Kartoffeln lieben einen lockeren, abgetrockneten und warmen Boden. Der Boden sollte sandig bis sandiger Lehmboden sein. Reine Lehmböden sind problematisch. Kartoffeln sollten nur alle 4 Jahre am selben Standort angebaut werden, da so Bodenkrankheiten vorgebeugt werden kann.
Die Kartoffel ist ein Mittel- bis Starkzehrer. Sie braucht nährstoffreiche Böden, reagiert aber empfindlich auf Überdüngung.
Man kann die Kartoffeln vorkeimen und erreicht somit einen Vorsprung beim Einsetzen der Krautfäule.
Die Pflanzung erfolgt im Frühjahr. Die Bodentemperatur sollte hierbei mindestens 7 Grad betragen. Der Pflanzabstand in der Reihe sollte zwischen 30 und 40 cm betragen. Der Reihenabstand bei etwa 60 cm. Die Pflanztiefe liegt bei etwa 7 cm. Kartoffeln werden angehäufelt. Im Laufe der Vegetationsperiode werden die Kartoffeln mehrmals angehäufelt. So werden die Knollen vor Sonnenlicht geschützt und das Unkraut unterdrückt.

Hauptkrankheiten

Die Hauptkrankheit der Kartoffel im Hobbyanbau ist die Krautfäule. Durch trockenes Laub (nicht über Kopf gießen) und mit Schachtelhalmspritzungen kann dem vorgebeugt werden. Verhindern kann man diese Krankheit jedoch nicht.

Der wichtigste Schädling ist der Kartoffelkäfer. Dieser kann mit einem BT-Präparat oder durch absammeln eingedämmt werden.

Verwendung der Kartoffel

Die Kartoffeln finden ihre Verwendung zum überwiegenden Teil als Nahrungsmittel. In Deutschland werden rund 60% der Kartoffeln als Nahrungsmittel verwendet. Wobei der Verbrauch an Kartoffeln seit dem Jahr 2000 von 70 kg auf 57 kg pro Einwohner gesunken ist. Dabei finden Fertiggerichte der Nahrungsmittelindustrie immer mehr Verwendung.

Als Futtermittel findet die Kartoffel kaum mehr Verwendung.

Eine weitere wichtige Verwendung findet sich in der Kartoffelstärke. Sowohl die Nahrungsmittelindustrie, als auch die Papierindustrie, als auch die Klebstoffindustrie nutzt die Kartoffelstärke.

Eine weitere Verwendung findet sich in der Branntweinverarbeitung. Wodka z. B. wird in Polen und der Ukraine aus Kartoffeln hergestellt.

Video über den Kartoffelanbau bei uns:

Wir haben unsere Kartoffeln bei https://www.kartoffelvielfalt.de/index.php gekauft. Hier werden rund 45 Sorten an Kartoffeln angeboten.

Folgen Sie diesem Blog. Wir werden diesen Bericht im Laufe der Zeit noch um weitere Bilder, Informationen und Rezepte erweitern.

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